With Patience We Survive.

(English version below)

Zur Abwechslung berichten wir heute von der anderen Seite des Blauwasserlebens. Nicht von Trauminseln mit Traumstraenden. Und auch nicht von Parties und Beach Bars oder Begegnungen mit tollen Menschen. Sondern von den Tuecken der Technik. Egal, wie sehr du dich um dein Boot und deine Ausruestung kuemmerst und wieviel du daran arbeitest, Ueberraschungen und neue Learnings sind immer wieder garantiert. Und das geht allen Boatern so.

Heute im Zentrum des Geschehens: Unser Tohatsu 9.8 Zweitakt-Aussenborder, den wir uns zu Weihnachten 2012 auf Bequia gegoennt haben. Bislang waren wir sehr gluecklich damit, vor allem, seit wir MINITY an Bord haben, unser Aluminium-Boden-Dinghy. Da wir fast ausschliesslich ankern, ist es unsere Verbindung zur Aussenwelt, quasi unser Auto, mit dem wir alltaegliche Besorgungen, Einkaeufe und Entdeckungstouren machen.

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Da lief er noch: MINITY und der Aussenborder /
Back then it was still running: MINITY and the Tohatsu 9.8

Auf Martinique begannen die Probleme. Der Motor ging im Leerlauf oefters aus. Ratschlag von Freunden: es koennte Wasser im externen Benzintank sein, deshalb den Boden einer Plastikflasche als zusaetzlichen Schutz ueber den Tankdeckel stuelpen. Ok, erledigt. Zusaetzlich frischen Kraftstoff getankt. Der Motor geht dennoch immer wieder aus. Und ploetzlich koennen wir kein Vollgas mehr fahren. Wir vertagen das Problem, denn die Ueberfahrt Richtung Bahamas steht an und wir sind noch zuversichtlich, dass wir das Problem schnell erledigen koennen.

Mayaguana, Bahamas: Zum Einklarieren haben wir eine 4-Meilen-Dinghyfahrt vor uns. Der Motor laeuft nur noch auf halber, nein, viertel Rille. Die Fahrt ist sehr langsam und seeeeehr lang. Aber der Motor haelt tapfer durch. Er bringt uns gnaedigerweise auch wieder zurueck zu TRINITY. Naechster Stopp Conception Island. Der Motor springt nun ueberhaupt nicht mehr an. Mayaguana hat ihn wohl endgueltig geschafft. Robert zerlegt den Vergaser, reinigt ihn akribisch, ebenso die Zuendkerzen und den Benzinfilter. Nichts, der Motor will nicht mehr zuenden. Ok, dann wird nun erstmal gerudert, ein gutes Training. So lange wir nahe an Land liegen und nicht Wind und Welle gegen uns haben, was leider oft der Fall ist. Auf den Bahamas sind die Wege oft weit, vor allem wenn dein Segelboot einen Tiefgang von zwei Metern hat.

CIMG2987 CIMG2985MINITY wird abgeschleppt – mit sehr nettem Ausblick fuer die Crew /
MINITY being towed by some eye candy – yeah!

George Town, Exumas. Wir ueberlegen, einen Mechaniker einzuschalten, der vor Ort Aussenborder repariert. Aber das geht gegen unsere Ehre, moeglichst alles selbst hinzubekommen. Und wuerde wieder eine Kerbe ins Budget schlagen. Ausserdem ankern wir neben Freunden, die Ahnung von Motoren haben. Neue Zuendkerzen werden eingesetzt. Gemeinsam zerlegen wir den Vergaser ein weiteres Mal, reinigen ihn und alles andere auch.  Dummerweise fliegt bei der Prozedur ein minikleiner Stopfen weg, der eine winzige Duese auf dem Vergaser abdichtet. Ein neuer Stopfen muss her. Und den gibt es auf den ganzen Bahamas nicht. Weit und breit kein einziger Tohatsu-Haendler. Zaehneknirschend bestellen wir das 2-Dollar-Teil in Florida und lassen es einfliegen – fuer 100 US-Dollar extra. Plus eine Woche Wartezeit: nur mittwochs gibt es einen Flug, mit dem Ersatzteile kommen. Die werden in George Town von einem Broker in Empfang genommen und durch den Zoll gebracht. Wir bestellen noch ein Vergaser-Reparaturset zum kleinen Stopfen dazu, man weiss ja nie, und – warten.

Wir beschraenken unsere Landaufenthalte, nutzen Wassertaxis und haben das Glueck, von anderen Dinghies mitgenommen zu werden. Der Stopfen trifft endlich ein, wird eingesetzt und – nichts. Der Motor springt zwar ab und zu an, geht jedoch immer wieder aus. Wir googeln uns die Finger wund, machen viele Tests. Schliesslich stellt sich heraus, dass der Motor nur auf einem Zylinder laeuft. Das kann wohl nur an der CDI Unit oder “Power-Box” liegen, die die Zuendung der Zylinder elektronisch steuert. Und die gibt es wiederum nur in den USA. Also die naechste Bestellung, wieder warten, wieder 100 US-Dollar extra fuer den Transport und Zoll. Und dann faellt zu allem Ueberfluss auch noch der woechentliche Flug aus. Eine weitere Woche warten. Anrufe in Florida und beim Broker vor Ort. Viel Zeit auf dem Boot.

CIMG2537 CIMG2549Aufgegeben wird nicht! / No surrender!

So kann es nicht weitergehen. Wir holen unseren alten kleinen 3.5 PS Motor aus der Versenkung, der bereits im Mittelmeer seinen Geist aufgegeben hatte und seitdem vor sich hin schlummerte. Robert zerlegt ihn, saeubert alle Teile, setzt neue Zuendkerzen ein. Der grosse Moment des Anlassens kommt und – er springt an!!! Wir sind wieder mobil!!! Riesenfreude! Wir knattern durch die Gegend und freuen uns ueber unsere wiedergewonnene Freiheit. Die Fahrten an Land gegen Wind und Welle sind langsam und nass, aber wir sind wieder unabhaengig. Und koennen endlich mal den Ort wechseln, die Inseln der Exumas erkunden.

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Er laeuft! Der kleine Ersatz-Aussenborder macht uns wieder mobil /

It’s running! The small spare engine allows us to explore again

Zurueck in George Town. Endlich trifft die Power-Box fuer den grossen Motor ein. Robert tauscht sie aus. Erwartungsvoll schauen wir auf den Motor, als er das Zugseil zum Anlassen kraeftig zieht und – wieder nichts. Wir sind mit unserem Latein am Ende. Zaehneknirschend rufen wir Vernon, den Mechaniker, an. Wir bringen den Motor an Land und uebergeben ihn hoffnungsvoll.

Anruf von Vernon ein paar Stunden spaeter: Die Zylinderkopfdichtung ist verrottet, in einem der Zylinder ist Wasser. Kein Wunder, dass er nicht lief. Und das nach nur zweieinhalb Jahren!? Die Bad News: Die Dichtung gibt es wiederum nur in den USA. Eine erneute Bestellung, ein weiterer Auftrag an das Luftfrachtunternehmen und den Broker vor Ort. Wieder eine Woche warten, wieder viele US-Dollar extra. So vergeht die Zeit in George Town. Die Dichtung trifft ein. Anruf von Vernon: Der Motor ist wieder einsatzbereit. Endlich! Wir verstauen den kleinen Motor und freuen uns ueber das schnellere Dinghy und die deutlich erhoehte Reichweite. Der Aussenborder hat zwar seine alte Form noch nicht wieder zurueck, aber wir arbeiten weiter dran.

Unsere Learnings: 1) Shit happens. 2) Shit might happen more than once – stay cool!
3) Immer einen Ersatzmotor an Bord haben. 4) With patience we survive!

Carpe Diem
K+R

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This time, we will tell you about the other side of the boaters’ life coin. Not about dream islands and pristine beaches. Not about parties and beach bars or encounters with amazing people. But about the pitfalls of technique. No matter how hard you work on your boat or keep your gear neat and tidy, the next surprise and the next learnings will come for sure. It’s always like that and all boaters share that experience.

Today, it’s about our Tohatsu 2-stroke outboard 9.8 HP. We gave it to ourselves for Christmas 2012 in Bequia and were quite happy with it, especially since we got MINITY, our RIB. Since we’re at anchor most of the time, the dinghy is our lifeline, our car for running errands, do grocery shopping or explore the surroundings.

It started in Martinique. The engine tended to shut off in neutral. Advice from friends: put the bottom of a plastic bottle over the lid of the external fuel tank to avoid water entering it. Done, but still the engine shuts off. Suddenly, we aren’t able to go on full speed any more. We postpone the problem since we’re about to leave for the Bahamas. And we’re still confident that we will be able to solve the problem easily.

Mayaguana, Bahamas: Customs clearance requires a 4 miles dinghy ride. The engine is almost down to no speed at all. But bravely, it keeps running. The ride is very slow and seemingly endless. Nevertheless, the engine takes us safely back to TRINITY as well. Next stop Conception Island. The engine won’t ignite at all anymore. Mayaguana might have been the touch too much. Robert takes the carburetor apart, cleans it thoroughly, as well as spark plugs and fuel filter. Still no ignition. Alright, it’s rowing time. A great exercise, but only as long as we’re anchored close to shore and don’t have wind and waves against us which happens quite often. Additionally, it’s mostly long ways in the Bahamas if your sailboat draughts 6.6 feet, as TRINITY does.

George Town, Exumas: We’re considering to ask an outboard mechanic for help. But that’s against our pride to solve problems ourselves. And it’s unhealthy for our budget, too. What’s more, we’re anchored next to friends who know a lot about engines. We put new spark plugs in. Again, we’re taking the carburetor apart and cleaning it as well as many other parts. Unluckily, a mini plug that closes a miniature jet on top of the carburetor finds its way into the ocean. A new plug is needed – but nowhere to find in the islands. There is not a single Tohatsu dealer in reach. Teeth-gnashingly, we order the 2-Dollars-part in Florida and have it shipped in by airfreight. That’s a hundred bucks extra. And a full week of waiting time. The airfreight carrier comes in once a week, on Wednesdays. A local broker in George Town collects the parcels from customs at the airport. We add a carburetor repair kit to the plug order, you never know, and – wait.

We limit our shore excursions and are lucky to hitch rides on other dinghies. The plug arrives, is applied – in vain. The engine ignites from time to time but shuts off immediately. We google for solutions, do a lot of tests. Eventually we figure that the engine is running only on one cylinder. That must be the CDI unit or ‘power box’ which regulates the ignition electronically. You can only get that part in the US. So, we place the next order, we wait again, we pay the extra 100 US Dollars for shipping and customs. And then, what’s more, the weekly flight is cancelled. Another week of waiting, a lot of phone calls to Florida and the local agent. A lot of time spent on the boat.

It’s about time for a change. We dust off our small spare engine (3.5 HP) which hadn’t been working for years. Robert takes it apart, cleans all parts thoroughly, applies new spark plugs. There it is, the great moment of ignition – and it does! We’re back in the game! What a joy! We’re clattling around the area and are merciful about our regained freedom. The rides to shore are long and wet but we’re independent again. So we’re able to change places and start exploring the Exuma island chain.

Back in George Town: Eventually the power box arrives. Robert changes it and pulls the recoil starter rope strongly, with high expectations. Nothing. Again nothing. We’re absolutely clueless. Yet again teeth-gnashingly, we give mechanic Vernon a call. Desperately, we handle the outboard over to him at shore.

Vernon calls a few hours later: The cylinder head gasket is rotten. There is water in one of the cylinders. After only two-and-a-half years of operation. The bad news: guess what! The gasket is only available in the US. A new order, a new shipping request, new waiting time, more extra US Dollars. Time goes by in George Town. Eventually, the gasket arrives. Vernon calls: the engine is working again. Finally!!! We store the small engine away and are happy about more speed and much higher reach. The outboard isn’t working up to its old shape yet but we’re working on it.

Our learnings: 1) Shit happens. 2) Shit might happen more than once – stay cool! 3) Never go cruising without a spare outboard, especially in remote islands. 4) With patience we survive!

Seize the day
K+R

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One Response to With Patience We Survive.

  1. Steff says:

    Was für eine Geduldsprobe ! Herrlich beschrieben…musste grad sehr belustigt schmunzeln,auch wenns natürlich bestimmt nicht komisch war…miss u!besitos

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