‘Trinidad is nice – Tobago is a paradise’

1401 02 TT 158 1401 02 TT 090
TRINITY Crew Jan 20 – Feb 6, 2014: Jens, Kerstin + Robert

(English version below)

Zuallererst das Wichtigste: Ja, wir segeln noch! Nachdem wir im letzten Post unseren gemischten Gefuehlen freien Lauf gelassen haben, werden wir im Maerz/April auf Heimaturlaub gehen und danach entscheiden, wie es mit unserer Reise weitergeht.

Inzwischen hat TRINITY den suedlichsten Punkt der oestlichen Karibik erreicht: Trinidad & Tobago (T&T). Ein unabhaengiger (Zwei)Inselstaat vor der Kueste von Venezuela, ein Tagestoern von Grenada entfernt. Und wieder erleben wir eine neue Facette der Karibik. Ueppige Natur und eine Fusion aus Karibik und Indien (was Einwohner und Kueche betrifft – die Haelfte der Einwohner haben indische Wurzeln). Und der Hoehepunkt des Jahres ist eindeutig der Karneval (“The greatest show on earth!”), der in diesem Jahr Anfang Maerz stattfindet. Einen Vorgeschmack bekommen wir durch die mitreissende, omnipraesente Soca- und Calypso-Musik, die alle zum ‘Whining’ animiert (ein nicht ganz jugendfreier Tanzstil). ‘Trinidad’ ist uebrigens das spanische Wort fuer TRINITY!

Miami 083
Ansteuerung Trinidad / Approaching Trinidad

Trinidad & Tobago haben grosse Oel- und Gas-Vorkommen, von denen die vielen Bohrinseln auf See kuenden. Die Inseln selbst sind sehr unterschiedlich: Trinidad eignet sich weniger fuer einen karibischen Badeurlaub, ist aber angesichts der ueppigen Natur ein Paradies fuer Wanderfreunde, Ornithologen und Naturliebhaber. Tobago hingegen bietet traumhafte Straende (und damit die perfekte Kulisse fuer einen entspannten Bade- und Tauchurlaub) und gilt als touristisch immer noch nahezu ‘unberuehrte’ Insel. Die Yachtie-Szene ist auf beiden Inseln eher klein: kein Wunder, T&T sind kein besonders angenehmes Segelrevier. Es gibt kaum geschuetzte Buchten – nahezu jede Bucht ist in genau der Richtung offen, aus der Tag und Nacht unbarmherzig die Wellen anrollen und permanent das Boot durchruetteln.

Die Hauptinsel Trinidad hat eigentlich nur einen einzigen Anlaufpunkt fuer Segler: die Bucht von Chaguaramas in der Naehe der Hauptstadt Port of Spain. Im zweiten Weltkrieg war Chaguaramas eine grosse US Navy-Basis. Davon ist heute nicht mehr viel zu spueren, ausser dass sich Chaguaramas den Charme eines Industriehafens bewahrt hat. Tag und Nacht herrscht Laerm und nachts ist die Bucht hellerleuchtet. Kein angenehmer Platz zum Liegen. Allerdings der perfekte Platz, wenn es um Reparaturen am Boot oder einen Liegeplatz an Land waehrend der Hurricane Season geht (Trinidad liegt unterhalb des Hurrikanguertels). Die Infrastruktur ist optimal auf Yachten abgestimmt, es gibt viele kleine Workshops rund um alle Belange von Yachties.

1401 02 TT 003 1401 02 TT 001 1401 02 TT 009 Miami 087
Bay of Chaguaramas

1401 02 TT 013 1401 02 TT 015
Scotland Bay, Trinidad

In Chaguaramas bekamen wir wieder Besuch: Jens kam an Bord, Kerstin’s Bruder, der in Spanien lebt und im Sommer in Frankreich als Surf-Instructor arbeitet – und in 2013 Grandmaster bei den Deutschen Surf-Meisterschaften wurde.

1401 02 TT 042 1401 02 TT 050 1401 02 TT 151 1401 02 TT 185
Jens in action

Sobald Jens an Bord war, gab es fast nur noch ein Thema: wo finden wir die perfekte Welle? Im Norden von Trinidad oder doch erst auf Tobago? Thema Nummer zwei: Was gibt es heute abend zu essen? Jens kann fantastisch kochen und zauberte als Chefkoch die leckersten Sachen auf den Tisch. Thanxx again!

IMGP0038 IMGP0042
Jens, surfin’ T&T

So machten wir uns auf den Weg, auf der Suche nach der Welle. Zuerst an der Nordkueste Trinidads entlang, von Scotland Bay nach Maracas nach Grande Riviere, dem Absprungsort nach Tobago. Obwohl wir den Toern in kleine Einheiten unterteilt hatten, blieb der Schlag von Trinidad nach Tobago muehsam und nervenaufreibend. Laut Seekarte sind es 70 Meilen gegen Wind und Strom, letztendlich wurden es viele Meilen mehr, da wir muehsam kreuzen mussten.

1401 02 TT 057 1401 02 TT 061
Auf dem Weg: Jens mit Tanker und Delphinen / On passage: Jens talking tanker and dolphins

Schliesslich kamen wir auf Tobago an. Die kleine Insel zog uns schnell in ihren Bann. Eine lebensfrohe Bevoelkerung, Soca- und Calypso-Musik aus jedem Auto und jedem Laden, Liming (‘das suesse Nichtstun’) und Whining und die ‘Sunday School’ in Buccoo. Letztere hat allerdings rein gar nichts mit sonntaeglichen Bibelstunden zu tun, sondern ist eine fette, wilde Party in diversen Open-Air-Locations, die sonntagsabends die neue Woche einlaeutet. Und das geht dann bis zum Sonnenaufgang am Montag morgen. Ein schoener Brauch! Der Spruch ‘Trinidad is nice – Tobago is a paradise’ stammt uebrigens von Einheimischen und wir finden, sie haben Recht!

Nervig sind die Ein- und Ausklarierungsbedingungen in T&T: Obwohl wir in Trinidad einklariert hatten, mussten wir in Scarborough/Tobago wiederum zu Customs&Immigration. Damit war es uns erlaubt, die Suedhaelfte der Insel zu besegeln. Haetten wir in den Norden gewollt, haetten wir in Scarborough aus- und in Charlotteville wieder einchecken muessen. Da die Nordhaelfte mit der Anse Bateau letztendlich nur eine fuer uns interessante Bucht zu bieten hat, schenkten wir uns den Papierkrieg und blieben im Sueden rund um Store Bay, Pidgeon Point und Mt. Irvine Bay.

Was wir in der Zeit mit Jens auf der Suche nach der Welle gelernt haben: Surfer brauchen Geduld. Die Welle ist nicht immer gut, ihre Form wechselt stuendlich. Die Locals haben Vorrecht auf die Welle – Besucher warten ab, bis sie eine ‘freie’ Welle abbekommen. Und: das, was Surfer freut (deutlich augebauter Ground Swell) ist das Gegenteil von dem, was Segler freut (ruhiges Liegen in geschuetzten Buchten). Nichtsdestotrotz konnten wir Jens eine Pole Position an der Welle in Mt. Irvine Bay sichern (Jens’ Recherchen nach zu dieser Jahreszeit die beste in der Region T&T). Wir lagen vor Anker direkt neben dem Surfspot. Die Tage und Naechte waren sehr bewegt (durch den staendigen Schwell), aber Jens’ strahlende Augen nach einer gelungenen Surf-Session waren es wert.

1401 02 TT 091 1401 02 TT 099
The Wave at Mt. Irvine Bay

1401 02 TT 133 1401 02 TT 171 1401 02 TT 181 1401 02 TT 077
Tobago Beaches: Englishman Bay, Pigeon Point and Store Bay

1401 02 TT 159
Pelikane in der Mittagspause / Pelicans at lunch break

1401 02 TT 080
Da es auf Tobago kaum Dinghy Docks gibt, ist fuer MINITY ‘Beaching’ angesagt / Due to a lack of dinghy docks, you have to beach the dinghy

1401 02 TT 191
Doubles: A great T&T breakfast (sort of pancake filled with curried pidgeon peas)

IMGP0019 IMGP0052

Waehrend TRINITY wieder Segel mit Kurs auf Grenada setzte, blieb Jens auf Tobago. Von Trinidad aus wird er nach Nicaragua fliegen und Mittelamerika erkunden – immer auf der Suche nach der perfekten Welle.

Wir sind inzwischen wieder in St. George’s/Grenada angekommen und machen das Boot klar fuer den naechsten Besuch: Kerstin’s Mutter Beate kommt fuer zwei Wochen an Bord. Gemeinsam werden wir Grenada und die Grenadines besegeln.

Carpe diem + noctem
K+R
________________________________________________________

First of all: yes, we’re still cruising! After letting our true feelings speak for themselves in the last post, we will visit Germany/Europe for two months and decide afterwards about the proceeding of our journey.

In the meantime, TRINITY has reached the southern-most point of the eastern Caribbean: Trinidad & Tobago (T&T). An independent (two) islands state located off the shore of Venezuela and a day-trip away from Grenada, our last port of call. Again, we’re experiencing another facet of the Caribbean. Lush nature meets a fusion of Caribbean and India (regarding inhabitants as well as the cuisine – half of the T&T population has Indian roots). Highlight of the year is Carnival which will take place on March 3/4 (according to the guide books ‘the greatest show on earth!’). We get a yet small taste of it by the infectious, ever-present Soca and Calypso music which encourages everyone to join the ‘Whining’ (a certain type of X-rated adult dance). By the way, ‘Trinidad’ means TRINITY in Spanish!

Trinidad & Tobago are rich in oil and gas ressources as you can tell from many offshore oil riggs. The islands are quite different: Trinidad on the one hand is less suitable for a Caribbean beach vacation but due to its lush nature it makes a perfect setting for hiking, ornithologists and nature lovers. On the other hand, Tobago features amazing beaches (and hence the perfect setting for a relaxed bathing and diving vacation) and is still called ‘a touristically unspoiled island’. There aren’t many yachties around: not surprisingly since T&T don’t make for a perfect sailing area. Protected anchorages are scarce – almost all of them are open to the prevailing waves which are permanently rocking the boat from side to side by day and night.

The main island Trinidad actually offers ‘just’ one decent yachtie destination: the bay of Chaguaramas near the capital Port Of Spain. In World War II, Chaguaramas was home to a large US Navy base. There isn’t much of it preserved but Chaguaramas still has the look & feel of an industrial port. It’s quite noisy and the bay is brightly illuminated by night – not exactly the anchorage one wishes for in the Caribbean. But, if you need to have work done on your boat or want to store her on the hard for hurricane season, it’s just the perfect place (Trinidad is located below the hurricane belt). The infrastructure is adjusted to boaters’ needs, many small workshops are catering to yachtspeople.

While being at Chaguaramas, we got a new guest: Jens was joining us, Kerstin’s brother who lives in Spain and works as a surf instructor in France in summertime (in 2013, he even became Grandmaster at the German Championships). After Jens came onboard, one topic became ever-present: where will we encounter the perfect wave? In the north of Trinidad or at Tobago? Topic No. 2: What will we have for dinner tonight? Jens is a fantastic chef and magically brought the most delicious dishes on TRINITY’s table. Thanxx again, brother!

We set sails, bound for the search for the wave. Heading along the northern shore of Trinidad first, from Scotland Bay to Maracas to Grande Riviere, the latter a hop-off spot for Tobago. But, although we had divided the cruise into tiny bits, we had to work hard to reach ‘paradise’ Tobago. According to the charts it’s only 70 nautical miles, but practically you have to sail against wind and current and, since we needed to tack constantly, it’s been a lot more miles eventually.

In the end, we made it to Tobago. And fell in love with this small island right away. People full of joy of life, Soca and Calypso music out of each and every car and store, Liming (‘the sweet idleness’) and Whining and notorious ‘Sunday School’ in Buccoo village. The latter has nothing to do with bible lessons on Sundays but turned out to be a great party spread around different open-air locations, celebrating the beginning of the new week every Sunday night. The party lasts until sunrise on Monday morning. What a great fashion! The phrase ‘Trinidad is nice – Tobago is a paradise’ has been formed by the T&T people and from our point of view, they’re absolutely right!

What we didn’t like were the clearance procedures in T&T: Although we had cleared-in in Trinidad, we had to proceed to Customs & Immigrations in Tobago as well. That allowed us to cruise the southern part of the island. If we would have wanted to cruise the northern part, we would have have to go to Scarborough for outbound clearance and do the inbound clearance in Charlotteville. Since there seemed to be only one bay of interest (Anse Bateau), we skipped the whole procedure and stayed down south around Store Bay, Pigeon Point and Mt. Irvine Bay (the one with the WAVE).

We’ve learned a lot during our search for the wave with Jens: Surfers need to be patient. The wave is moody, sometimes great, sometimes not even existent. The locals have the right of way (or wave) – visitors have to wait until a local generously says: ‘Go ahead’. And, surfers’ delight (a huge ground swell) is almost the opposite of what sailors are hoping for (a quite anchorage in a well-protected bay). Nevertheless, with TRINITY at anchor right next to it, Jens got a pole position for the Mt. Irvine Bay wave (according to his research, that’s simply the best wave in the T&T region). Days and nights were rolly but it was worth it – Jens’ eyes were gleaming after a successful surfing session (and dinner was twice as good afterwards ;)).

While TRINITY has set sails Grenada-bound already, Jens stayed in Tobago. He will travel to Trinidad to take a plane to Nicaragua in order to explore Central America – always on search for the perfect wave.

We’ve arrived at St. George’s/Grenada again to get the boat ready for our next visitor. Beate, Kerstin’s Mum, will join us for the following two weeks, to sail Grenada and the picturesque Grenadines.

Seize the day and night
K+R

This entry was posted in Caribbean. Bookmark the permalink.

One Response to ‘Trinidad is nice – Tobago is a paradise’

  1. Tina says:

    Ihr Lieben – das ist wieder ein ausgesprochen interessanter Bericht mit fantastischen Fotos!!! Danke dafür! Hätte ich nicht gedacht, dass es mit dem Ein- und Ausklarieren so kompliziert ist – man lernt echt nie aus…

    Ich hoffe, es geht Euch gut und Ihr verlebt schöne Tage mit Kerstins Mum! Take care & enjoy!

    Hugs ‘n Kisses!
    Tina

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s