Keine Angst! Er will nur spielen. / Don’t Worry – He’s Just Being Playful

Day 7 since Annapolis MD
0545 UTC (01:45 am AST)
Position 2554,240N 06550,060W (see http://pangolin.co.nz/xtras/yotreps/tracker.php?ident=DHBF2) Sailing (Jib only)
SOG 6.8 – 8.7 (8.8 – 10.5 through water)
Course 170 (direct bearing BVI)
450 nautical miles to go

(English version below)

Er = der TROG. Haetten wir im Wetter-Seminar doch nur besser aufgepasst. Nun haben wir den Salat. Beschleunigen, abbremsen, beschleunigen, abbremsen, beschleunigen, abbremsen etc. etc.

Was bisher geschah:
Das egozentrische Tiefdruckgebiet, von dem bereits die ganze Woche die Rede ist, scheint Langeweile zu haben. Es sind derzeit wohl nicht genug Segler hier draussen unterwegs, die es aergern kann. Somit hat es sich dem Anschein nach voll und ganz auf UNS eingeschossen. Die kleine Zicke! Mit folgendem Ergebnis: Eigentlich sollte die suedliche Grenze dieses Gebiets in Hoehe Bermudas verlaufen. Also hinter uns, deutlich noerdlich unserer derzeitigen Position. Ihr erinnert euch? Daher haben wir ja die ganze Woche so auf die Tube gedrueckt, damit es uns nicht erwischt. Das hat bis vor 24 Stunden auch prima geklappt. Doch dann hat dieses hinterhaeltige Tiefdruckgebiet seine Laufbahn zu 100 Prozent auf unseren Kurs angepasst und zu allem Ueberfluss auch noch einen niedertraechtigen Trog mitgebracht.

Ein Trog kann auf der Rueckseite von umfangreichen Tiefs entstehen. Er entwickelt sich, wenn eine zweite Kaltluftmasse hinter einer ersten Kaltfrontmasse folgt. Ein Trog ist bekannt dafuer, die heftigsten Wettererscheinungen aufzuweisen (starker Regen, durcheinanderlaufende See, hohe Windgeschwindigkeiten). Deshalb ist er auch so beruechtigt. Im Wetter-Seminar hat man uns beigebracht, dass es einen Trog nur relativ selten gibt – das war wohl der Augenblick, ab dem wir nur noch mit einem Ohr dabei waren. Aber wenn er sich entwickelt, dann ist VORSICHT geboten! Am besten ‘nen Hafen anlaufen und das Schiff abstellen. Ja klar, Wannsee-Weisheiten. Nun ist das hier draussen auf dem Atlantik so eine Sache mit Haefen. Das koennen wir also getrost knicken. Die hohen Windgeschwindigkeiten herrschen uebrigens nur HINTER dem Trog, also noerdlich davon. Und die Winde drehen auf noerdliche Richtungen – also gut fuer uns, die wir mit SE-Kurs unterwegs sind. Suedlich vom Trog gibt es keinen Wind und besagte durcheinanderlaufende See.

Das haben wir gestern nacht zu spueren bekommen: Von einer Minute zur anderen war der Wind weg, von einem schnellen Ritt zu Nahezu-Stillstand + Geduempel in den hohen Wellen. Zunaechst setzten wir unseren Weg weiter unter Motor fort, blieben dadurch aber in der Flaute stecken. Strategie fuer heute: Warten, bis uns der Trog, der mit ca. 6 Knoten Geschwindigkeit zieht, uns ueberholt hat. Denn dahinter gibt es wieder kraeftigen Wind. Zwar mit vielen Squalls, Schauern, Winddrehern und Gewittern. Aber immerhin Wind, der uns wieder “fuer umme” vorantreibt.

Nun muessen wir wiederum aufpassen, nicht zu schnell zu werden. Denn sonst ueberholen wir den Trog, dessen Zuggeschwindigkeit vermuten laesst, dass er schon im Caribbean-Mood zu sein scheint. Dass Ueberholen ist allerdings eben schon geschehen, wir haben ihn gleich wieder ueberholt, weil TRINITY zu schnell wurde. Mit dem Ergebnis, dass wir wieder in die Flaute reingerauscht sind. Eine gute halbe Stunde bei 2-3 Knoten Fahrt. Was wiederum bedeutete, ordentlich durchgeschuettelt zu werden, da TRINITY bei langsamen Geschwindigkeiten schnell zum Spielball der hohen Wellen wird. Nach einiger Zeit hatte uns der Trog dann wieder. Und zwar richtig, mit 30 Knoten Wind und stroemendem Regen. So schnell kannst du gar nicht reffen. Schon bist du wieder auf 9 Knoten Fahrt. Also wieder vorbei am Trog. Da muessen wir nun also unseren Rhythmus finden mit diesem launischen Miststueck. Denn er wird uns mindestens noch die naechsten 2 Tage begleiten. Aber dann haben wir es auch hoffentlich bald geschafft!

Noch 450 Seemeilen bis zum Ziel. Mit Geduld – aber auch viel Spass!

Carpe Diem + noctem
R+K

He = the TROUGH. We should have better listened when we attended the weather seminar, seemingly ages ago back in good old Germany. The result: an annoying and exhausting succession of acceleration, slowing-down, acceleration, slowing-down, acceleration, slowing-down etc.

What has happened so far: This egocentric low, which is keeping us busy for a whole week now, seems to be bored. Obviously there aren’t enough sailors out here to bother. It seems as if this little bitch is concentrating exclusively on US. Remember, the low was supposed to stall in a line between Bermudas and Northern Bahamas. Far behind our current position. That’s why we tried to be as fast as possible in order to avoid it. Until 24 hs ago, that strategy paid off. But since then, the low has adjusted its course to ours and – as if that weren’t enough – has brought a wicked trough along.

A trough is likely to develop at the back of extensive lows, when an unusual second coldfront is following the first. A trough is also being notorious for intense weather phenomenons such as downpours, confused sea, strong winds. That’s why in the weather seminar they told us to be CAUTIOUS when a trough is likely to develop – which is supposed to be RARELY. Which is why we seemingly didn’t listen carefully enough anymore. But, it’s still ringing in our ears: better head to a harbour asap and wait. Alright, good to know + easy to follow on Lake Wannsee. What about the Atlantic, huh? By the way, the strong winds occur only behind the trough, N of it. Wind is veering N, which is GOOD for us. In front of a trough, meaning S, the wind collapses and you’ll face the mentioned high and confused seas.

That’s exactly what we experienced last night: From one minute to the next, the wind died – from a brisk, fun ride to an almost full stop + bumpy stagnation. Ergo, we went ahead running the engine. Result: we remained trapped in the calm. New strategy on Thursday: Stall until the trough has passed, moving along with 6 kts ‘speed’. Wait for the stronger winds behind it (of course, accompanied by the usual squalls etc.) which gets us moving at no costs (besides a fully equipped yacht ;)).

Now the challenge is not to be TOO FAST and possibly overtake the trough (remember, its moving at 6 kts – island time already?). But, of course, that has happened already, we passed it, TRINITY was speeding. Result: trapped in the nearly calm again, half an our at 2 – 3 kts speed, shaky conditions, things flying around, the usual stuff. After a while, troughy catched up, with 30 kts wind and a decent downpour. You better be a fast reefer! TRINITY at 9 kts SOG again. Passing Mr. Trough again. Somehow we’ll have to discover the right rhythm yet. This moody SOB will move along with us for at least two more days. Hopefully, we’ll almost have arrived by then!

450 NM to go. With patience – and admittedly a lot of sailing fun!

Seize the day + night
R+K

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2 Responses to Keine Angst! Er will nur spielen. / Don’t Worry – He’s Just Being Playful

  1. Beate Föll says:

    So viele spannende und aufregende Berichte! Ich drücke euch nach wie vor ganz fest alle Däumchen, bin in Gedanken bei euch, fiebere mit, was Wind, Wellen etc. euch 3 bescheren!
    Love M.

  2. Stephan says:

    Hi Ihr Lieben!
    sooo schön zu lesen. Ich hatte ja leider nur kurz das Vergnügen auf St. Lucia, aber jede Minute in der Karibik ist einfach nur immer wieder Klasse. Zurück in HH, wieder am Schreibtisch, fällt es mir wieder mal nicht leicht nach unbeschwerlichen 2 Wochen auf dem Nordatlantik wieder ins “normale” Leben zurück zu finden, aber ich bin mir sicher Ihr beiden wisst, wie gut Ihr es habt und geniesst jeden Augenblick. Eure Geschichten und Bilder geben es wieder, Liebe Grüße aus der Grauzone der nordischen Breiten in die tükisfarbene Welt der Tropen, Buchten, Strände, Palmen und bunte blumige Pflanzenlandschaften, mit dem unverkennbarem Zirpen der bugs….man vermisst es in dem Moment wo man weg ist…..aber es gibt ja auch noch die Südsee🙂
    Euer
    Stephan

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