Klamotten runter, Baby! / Take your clothes off, Baby!

Nov 16, 2013
Day 4
0820 UTC / 03:20 am EST
Position 3515,660N 07251,300W

(English version below)

Wir koennen es selbst kaum glauben. Gestern haben wir uns noch bei Minustemperaturen mit langer Skiunterwaesche, Handschuhen, Muetze und mehreren Lagen Jacken und Pullovern rumgeschlagen und heute sitzen wir bereits im T-Shirt im Cockpit und essen zu Abend. Ein grandioser Klimawechsel, der uns nach nur zwei Tagen seit Abfahrt Annapolis auf dem West-Atlantik empfangen hat. Schon bei der Querung des Golfstroms wurde der aus Sued-Ost wehende Wind waermer. Jetzt, wo wir den Golfstrom hinter uns gelassen haben, ist es ein voellig anderes, fruehlingshaftes Klima. DANKE, Neptun!

Vor dem Lohn kommt bekanntlich auch immer die harte Arbeit. Und die hatten wir eindeutig gestern Nacht. Schwerer Wind und heftige Wellen haben unsere Fahrt zu einem wilden Rodeo-Ritt gemacht. Es gipfelte in einer haushohen Welle, die unser Schiff so stark auf die Seite gelegt hat, dass Kerstin mitsamt der schweren Latexmatratze aus der Seekoje gerutscht ist (das ist unser Bett im Salon, das wir fuer die langen Ueberfahrten einrichten). Robert hat nur ein schweres Rumsen gehoert und dann im roetlichen Halbdunkel der Kabinen-Nacht-Beleuchtung einen blonden Haarschopf vor dem Kuehlschrank auf dem Boden gesehen. Gut, dass wir beide noch drueber lachen konnten. Wir sind alle drei in dieser ruppigen Nacht unversehrt geblieben.

Waehrend wir bislang Kurs Sued-Ost steuern konnten, hat der Wind nach dem Golfstrom immer mehr auf die Nase (d.h. nach Sued-Ost) gedreht, so dass wir wenden mussten und nun Kurs Sued steuern. Nicht der direkte Weg, aber als Segler musst du dich nach dem Wind richten. Inzwischen hat es angefangen zu regnen – warmer Regen, zum Glueck.

10 Minuten spaeter: Ein fetter Squall zieht durch. Der Regen wird staerker, dann bleibt der Wind weg, ploetzlich blaest er aus einer voellig anderen Richtung. Motor an, Vorsegel rein, abwettern. Nach 10 Minuten ist der Spuk vorbei – Vorsegel wieder raus, Motor aus, Schiff auf Kurs trimmen. Auf der Atlantikueberquerung vor einem Jahr sind uns eine ganze Menge dieser Biester begegnet.

Uebrigens senden wir diese Blog-Beitraege per Modem ueber unsere SSB-Funkanlage an unsere Website. Auch unsere taeglichen Positonsmeldungen auf der Karte, die wir im Post “Let’s Just Kiss and Say Goodbye” erwaehnt haben, fuettern wir darueber. Das ist vergleichbar mit dem Start des Internets und den ersten Modems, die man noch mit dem Telefonhoerer verbunden hat (die etwas Aelteren unter euch muessten das noch kennen). Nur dass wir bei unseren Funkverbindungen auch noch mit sphaerischen Turbulenzen in der Ionosphaere zu kaempfen haben. Will sagen: Leider ist es nicht moeglich, mitten auf dem Ozean Bilder hochzuladen. Das holen wir dann spaeter nach.

Alles Liebe und auf bald, R+K

Unbelievable but true – only two days after we’ve left Annapolis in freezing cold temperatures, dressed in skiing underwear, gloves, woolen hats and several layers of jackets, we’re sitting in the cockpit having dinner in T-shirts. When traversing the notorious Gulfstream, the SE wind got warmer. Now, having exited the Gulfstream, we’re facing a mild, almost spring-like climate.

You have to earn what you get. Last night was hard work. Strong winds and waves made for a rodeo ride. One very high wave heeled TRINITY over that much that Kerstin was catapulted out of the seaberth, together with the heavy latex mattress. Robert just heart a strong ‘Boom’ and, in the red cabin lighting, saw a blonde mane on the bottom in front of the fridge. Besides some black and blue we were able to laugh about it and everything else went well that night.

While we could steer course south-east so far, the wind has veered to the bow (of course, to south-east) hence we had to tack and are steering south now. Not the most direct run but sailing is all about the wind. In the meanwhile, it has started to rain – at least it’s WARM rain!

10 minutes later: A huge squall went through. Rain got heavier, wind was dying, started again and blowed heavily out of a totally different direction. Switched on the engine, dropped the jib, waited, weathered it. 10 minutes later back to normal – set the jib, switched the engine off and set TRINITY on course again. We encountered many of those beasts on our Atlantic crossing one year ago.

By the way, we’re sending these posts via modem + SSB radio to our website, as well as the daily Pangolin position reports (for the link, please see the post ‘Let’s Just Kiss and Say Goodbye’). That’s almost like back in the beginning of the internet plus that we might face interferences in the ionosphere. Therefore, unfortunately it’s not possible to send pictures over the radio – we will insert them later.

Take care + see you soon, R+K

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One Response to Klamotten runter, Baby! / Take your clothes off, Baby!

  1. Christoph Viola Carl und Dabid says:

    Hallo Ihr Beiden,

    Hört sich total spannend an! Wir denken viel an Euch. Haben jetzt endlich Urlaub und sind auf Fuerte. Papa wird wohl einmal hier vor Fuerte auf ner ” Whitebread ” Yacht Segwln gehen. Gegenüber Euch natürlich ” Pupilkram ” um mit Carl zu sprechen.

    Alles Liebe

    Die Isis

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