BVI – Island Paradise Revisited

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Eines der 60 BVInselchen: Marina Cay

Wir haben laenger nichts von uns hoeren lassen – Zeit für den nächsten Post!

In St. Maarten angekommen, goennten wir TRINITY eine zweiwoechige Pause – und uns einen Ausflug in die Heimat. Kerstins Oma wurde 90, ihr Vater kurz vorher 70, Roberts bester Freund 50 (sorry Michael, doch ausgeplaudert): Gruende gab es genug. Allerdings fuehlte es sich ziemlich seltsam an, in den Flieger zu steigen und in wenigen Stunden einfach so ueber den Atlantik zu fliegen, den wir nur drei Monate zuvor so muehevoll in die andere Richtung ueberquert hatten. Aber der Abstecher hat sich gelohnt: die Zeit mit Familie und Freunden war wunderschoen – lieben Dank nochmals fuer die vielen schoenen Tage und das perfekte Hosting – und wir konnten uns mit dem eindecken, was wir in der Karibik vermisst haben.

Zurueck an Bord kamen die naechsten Gaeste, Kerstins Bruder Lars und seine Freundin (Verlobte!) Lisa, die schon in Griechenland eine Woche mit uns unterwegs waren und Feuer fuer Segelurlaub auf TRINITY gefangen haben. Sie mussten sich zunaechst etwas gedulden, da noch Reparaturen zu erledigen waren, aber nach zwei Tagen machten wir uns auf den Weg zum naechsten Ziel, den British Virgin Islands, kurz BVI. Wir verliessen St. Maarten kurz nach Sonnenaufgang und dank dem inzwischen reparierten Gennaker (den wir auf dem Atlantik ja leider zersegelt hatten) erreichten wir das 85 Meilen entfernte Ziel Spanish Town auf Virgin Gorda bei Sonnenuntergang.

Schon bei der Ansteuerung der BVI wurden Lars und Lisa immer aufgeregter, da wir ihnen von den BVI schon kraeftig vorgeschwaermt hatten. Wir wussten, was uns erwartete, da wir die BVI vor zwei Jahren per Charterboot erkundet hatten – damals noch nicht ahnend, dass wir dort bald auf eigenem Kiel cruisen wuerden.

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Lars und Lisa: Ansteuerung von Virgin Gorda und Wassertanken an Saba Rock

Die BVI sind ein traumhaftes Segelrevier. 60 Inseln und Inselchen, tolle Buchten mit tuerkisem Wasser, eine schoener als die andere, bestaendiger Wind, kurze Distanzen zwischen den Inseln, Naturschoenheiten wie The Baths auf Virgin Gorda, malerische Orte mit bunten Karibik-Haeuschen und grandiose Schnorchelreviere an Riffkanten oder ueber Wracks wie dem 1867 gesunkenen Postschiff RMS Rhône vor Salt Island. Zu den BVI gehoert auch Necker Island, die legendaere Privatinsel von Richard Branson, die fuer 40.000 US-Dollar pro Tag zu mieten ist.

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The Baths auf Virgin Gorda

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Bitter End (links) und Saba Rock (rechts)

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Diamond Cay: Blick auf Sandy Cay und Bubbly Pool (und Robert am Strand)

Und weil sie so schoen sind (und Amerika so nah), ist auf den BVI die groesste Charterflotte der Welt stationiert. Und was wir trotz der vielen Hasen und bunten Eier in Deutschlands Supermaerkten komplett uebersehen hatten: unser Toern mit Lars und Lisa fiel genau in die Oster(ferien)zeit. Entsprechend schien die gesamte Flotte verchartert zu sein und bevoelkerte die Buchten und ausgelegten Moorings.

Moorings sind Bojen, die in der Regel per Zementblock am Meeresgrund verankert sind und an denen Boote festmachen koennen. Oft dienen sie dem Schutz der Korallen, die von den schweren Ankern leicht zerstoert werden. Und sind sehr angenehm, denn sie garantieren ruhige Naechte ohne Ankerstress – sofern die Moorings gut gewartet werden, was auf den BVI der Fall ist. Dieser Luxus hat seinen Preis: die Nacht an einer Mooring kostet 30 US-Dollar. Manchmal ist zusaetzlich ein Beutel Eis im Preis enthalten, manchmal sogar die Fuellung der Wassertanks (250 Gallonen bei den Moorings vor Saba Rock – da Wasser in der Karibik teuer ist, lohnt sich die Nacht an der Mooring dort doppelt).

Auf den BVI ist in der Hauptsaison immer ein lustiges Treiben zu beobachten: die meisten Boote verlassen die Moorings zwischen sechs und acht Uhr morgens, um in der naechsten Bucht eine freie Mooring zu ergattern (so aehnlich, wie mit dem Handtuch den Liegestuhl zu besetzen). Das fuehrt dazu, dass in vielen Buchten schon am Vormittag keine freie Mooring mehr zu bekommen ist. Am Abend wird frueh ins Bett gegangen, am naechsten Morgen frueh aufgestanden und das Spiel geht von vorne los. Ist das Urlaub? Besonders spannend wird es, wenn mehrere Boote gleichzeitig die letzte freie Mooring ansteuern. Immer wieder ein actionreicher Showdown – oder auch “Buchten-Kino”.

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Noch mehr Buchten-Kino: SUP (Stand-Up Paddling) mit Hund

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Lars und Robert: Landgang auf Jost van Dyke

Als die Abreise unserer Gaeste naeher rueckte, gingen wir an eine Mooring vor Marina Cay, einem kleinen malerischen Inselchen, das gegenueber vom (sehr kleinen) Airport auf Beef Island liegt und bequem per Faehre zu erreichen war. Ein schoener Abschiedsabend und schon standen wir auf dem Deck von TRINITY und winkten der Faehre hinterher.

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Sundowner an Bord: Die Vierer-Crew der TRINITY

Wieder zu zweit an Bord, verbrachten wir noch ein paar Naechte an unserem Lieblingsankerplatz im North Sound (siehe unten). Eine Woche nach Ostern sah das Bild ganz anders aus: wo vorher vor lauter Booten und Masten das Wasser kaum zu sehen war, trieben nun lauter freie Mooringbojen im Wasser.

Vom North Sound aus machten wir noch einen Ausflug nach Anegada. Anegada ist die noerdlichste BVI-Insel, 12 Seemeilen vom North Sound entfernt und aehnlich wie Barbuda von zahlreichen Riffen und Schiffswracks umgeben. Und genau wie dort gilt es, bei gutem Wetter und vormittags oder mittags anzukommen, wenn die Sonne oben und im Ruecken steht, damit die Riffe im Wasser sichtbar sind. Eine abenteuerliche Ansteuerung also. Noch mehr Herzklopfen bescherte uns allerdings die geringe Tiefe von Zufahrt und Ankerplatz, die so nicht auf den Seekarten ausgewiesen war. TRINITY hat von der Wasserlinie aus zwei Meter Tiefgang. Unser Tiefenmesser ist ungefaehr auf Hoehe des Kielansatzes angebracht, liegt also unterhalb der Wasserlinie. Ab einer Anzeige von 2,00 ist Vorsicht geboten. Ploetzlich zeigte der Tiefenmesser 1,60 m an, hinter uns wirbelte Sand im Wasser auf. Angesichts dessen zogen wir vor, an eine Mooring zu gehen anstatt zu ankern und womoeglich in noch flachere Gebiete zu gelangen. Schnell die Taucherbrille angezogen und nachgeschaut: unter dem Kiel war noch gerade die sprichwoertliche Handbreit Wasser und darunter zum Glueck nur Sandboden. Ein Gutes hatte die Aktion: wir wissen jetzt, was „1,60 m Tiefe“ fuer unser Boot tatsaechlich bedeutet und dass es auf keinen Fall weniger sein darf.

Anegada
Bye, bye Anegada und flaches Wasser

Fuer alle, die die BVI selbst per Boot erkunden moechten, hier unsere BVI-Highlights: Ankern vor Prickley Pear Island im North Sound/Virgin Gorda, Diamond Cay/Jost van Dyke (unbedingt vorne in erster Reihe eine Mooring schnappen!), Manchioneel Bay/Cooper Island (Rotis im Cooper Island Beach Club!), The Bight/Norman Island (Dinner im Restaurant!), Marina Cay und ein Zwischenstopp in Sopers Hole. – K + R

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5 Responses to BVI – Island Paradise Revisited

  1. Tina says:

    Hey Ihr Lieben – danke für den interessanten Bericht und die tollen Bilder!

    Liebe Grüße aus dem ENDLICH nicht mehr winterlichen PI!😉

  2. Berndt F says:

    Toller Bericht u Superbilder sowie ein ‘Sehnsuchtseufz’ nach unserem endlich überstandenen langen langen Winter!
    Viele Grüße aus Hannover🙂

  3. Lisa says:

    Wunderschön war es!! Ihr habt nicht zu viel versprochen… die BVI sind ein Traum! Und Segelurlaub auf TRINITY ist generell sehr zu empfehlen… wir kommen auf jeden Fall wieder!🙂 Euch beiden alles Liebe, viele weitere Segel-Paradiese& einsame Buchten und bis bald hoffentlich!

  4. Beate Föll says:

    Schön, von euch zu hören und Dank für die traumhaften Fotos und Berichte – Neugier und Sehnsucht steigen! Alles Liebe aus dem z.Z. endlich angenehm warmen Berlin.

  5. Kirsten says:

    Es ist immer wieder ein Genuss, Eure Berichterstattung zu lesen… Traumhaft schön und Ihr seht beide super gut und glücklich aus.😉 Wo geht’s jetzt hin? Denk’ an Euch. Knutsch, K.

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