Pink, Tuerkis und Cobblestone

Barbuda Beach Karibik bis 1. März 053
Der ultimative Karibik-Inseltraum: Barbuda

Die Karibik ist um einiges vielfaeltiger, als wir bislang dachten. In unserer Vorstellungen waren alle Inseln flach, palmenbestanden, von weissen Straenden eingerahmt und mit tuerkisem Wasser umgeben. St. Lucia, St. Vincent, Martinique und Dominica waren hingegen alle sehr bergig und ueppig begruent. Inzwischen haben wir endlich auch die Karibik unserer Vorstellungen entdeckt (siehe oben). Und uns auch das ein oder andere Mal am Mittelmeer gewaehnt. Aber der Reihe nach.

Zunaechst waren wir auf den Saintes, einer kleinen Inselgruppe suedlich von Guadeloupe. Dort fuehlte es sich sehr unkaribisch an, eher wie im Sommer an der franzoesischen Mittelmeerkueste. Die Haeuser sahen aus wie in der Provence und die Bewohner waren fast ausschließlich Weisse, die von bretonischen Fischern abstammen. Nach ein paar entspannten Tagen nahmen wir wieder Kurs auf Nord-Ost. Es folgte ein kurzer Zwischenstopp auf Guadeloupe, um uns aus Frankreich wieder abzumelden. Kleiner Exkurs zu einer der ueblichen Prozeduren bei der Reise per Segelboot: Nach der Ankunft auf einer Insel (bzw. einem Inselstaat oder einem Land mit Uebersee-Departments wie eben Frankreich) haben wir in der Regel 24 Stunden Zeit, um bei Customs und Immigration “einzuchecken”. Verlassen wir das Land, muessen wir wieder die Behoerden aufsuchen und auschecken. Auf den franzoesischen Inseln wird das heute per Computer erledigt und geht zum Glueck sehr schnell, auf anderen Inseln artet das Ganze schon mal in laengerwierige Behoerdengaenge aus.

Naechste Station nach Guadeloupe war Antigua. Wir gingen in English Harbour erst vor Anker und dann an den Kai. English Harbour ist ein schoener, geschichtstraechtiger Naturhafen und eines der Yachtzentren in der Karibik. In English Harbour wurden die alten Hafenanlagen liebevoll restauriert und alle paar Meter erinnert eine Tafel oder Statue an Lord Nelson. Die Haeuser sehen aus wie in England. Und von Shirley Heights aus hatten wir einen wunderschoenen Blick auf English Harbour und die benachbarte Bucht Falmouth Harbour. Dort fand dann auch gleichzeitig eine der bisher besten Parties in der Karibik statt – wider Erwarten, denn das Event ist eine Sonntag-Abend-Institution seit 30 Jahren. Perfekter Einstand für die zwei Karibik-Wochen von Barbara an Bord. Und gleichzeitig bedeutete der Abend schweren Herzens Abschied nehmen von HANTA YO und den koestlichen Thunfisch-Dinners – Antje und Juergen zieht es wieder gen Sueden.

English Harbour English Harbour 2
Geschichtstraechtig und wie in England, nur mit Palmen: English Harbour

Shirley Heights Party at Shirley Heights
Seit 30 Jahren Kult: Party auf Shirley Heights mit Weitblick

Nach dem Trubel in English Harbour steuerten wir Five Island Harbour auf der Ostseite Antiguas an und hatten zum allerersten Mal in der Karibik einen Ankerplatz ganz für uns allein. Zuerst waren wir misstrauisch, weil das so gut wie nie vorkommt, aber am naechsten Tag gesellten sich dann auch wieder andere Yachten zu uns. Ansonsten: tuerkises Wasser, weiße Straende, Pelikane und Schildkroeten. Der Abschied fiel uns schwer, aber Barbuda stand auf dem Toernplan. Ein Segler hatte uns davon vorgeschwaermt und gemeint, das sei DAS Highlight der Antillen. Das wollten wir natuerlich mit eigenen Augen sehen, deshalb: Nichts wie hin!

Five Island Harbour
Einsamer Ankerplatz in Five Island Harbour, Antigua

“Barbuda” hoert sich nicht nur an wie “Puderzuckersand”, es sieht auch genauso aus. Der ultimative Karibiktraum – genauso hatten wir uns die karibischen Inseln vorgestellt: kilometerlanger, weiß-rosafarbener Sandstrand, Palmen, tuerkises Wasser in allen Schattierungen und keine Erhebung hoeher als 125 Fuss. Und an diesem kilometerlangen Strand nur ganz wenige Yachten! Moeglicherweise liegt das daran, dass in den Toernfuehrern vor der Ansteuerung von Barbuda gewarnt wird. Barbuda ist von vielen Riffen umgeben. Die Ansteuerung kann deshalb nur mittags erfolgen, wenn die Sonne am hoechsten steht und die Riffe im Wasser sichtbar sind. Aber die Muehe hat sich mehr als gelohnt! Nicht nur der Farbenflash und der Traumstrand haben es uns angetan. In Codrington, dem einzigen Ort der Insel, waren durchweg sehr nette und bestens gelaunte Barbudians unterwegs. Kein Wunder, die leben wirklich im (Insel-)Paradies!

Barbuda Karibik bis 1. März 012
Low Beach, Barbuda

Karibik bis 1. März 027
Lincoln, der Don der Fische, thront auf seinem Boot

Barbuda Customs Karibik bis 1. März 035
In Codrington – links das offizielle Customs Gebaeude

Karibik bis 1. März 037
Endlich wieder M&Ms – der gesamte Inselvorrat wird leer gekauft!

Als Naechstes stand dann wieder ein Kontrastprogramm im Toernplan: St. Barth, das St. Tropez der Karibik. Superyachten, tolle Haeuser, Jet Set Publikum, schicke Boutiquen, sehr gute Restaurants und gut besuchte Bars. Zentrum des Ganzen ist die Inselhauptstadt Gustavia. Was leider gar nicht ins Bild passt: ein Hafen, in dem staendiger Schwell steht und das Liegen am Kai ungemuetlich und sogar gefaehrlich macht. Besser: draussen ankern und mit dem Dinghi in den Ort fahren. Der hat uns uebrigens so gut gefallen, dass wir direkt ein paar Tage immer wieder dort waren.

Simpson Bay Bridge
Wie beim Regatta-Start: Oeffnung der Simspon Bay Bridge, St. Maarten

Inzwischen liegt TRINITY in der Simpson Bay Marina auf St. Maarten, wo gerade der Trubel der Heineken Regatta 2013 tobt. Barbara ist wieder nach Hause geflogen und wir haben ein paar notwendige Reparaturen angeschoben. Zuerst war St. Maarten nach der ganzen Insel- und Ankerplatz-Einsamkeit ein echter Kulturschock – auf die Einfahrt in die Simpson Bay Lagoon warteten wir zusammen mit ungefaehr 200 Booten und als endlich die Hebebruecke hochging, fuehlten wir uns wie beim Start einer Regatta. Anyway, Kerstin hat auf Barbuda ein Armband mit tuerkisen Steinen entdeckt, das exakt die Farbe des Wassers dort hat. Wenn uns der Zivilisationsstress zuviel wird, schauen wir einfach auf das Armband und traeumen uns an den Strand von Barbuda. K + R

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3 Responses to Pink, Tuerkis und Cobblestone

  1. Tina says:

    Hey Ihr beiden – DANKEDANKEDANKE für diesen tollen Bericht und die nicht nur schönen, sondern wirklich eindrucksvollen Bilder! Es ist immer wieder eine pure Freude, von Euren Erlebnissen zu lesen, zumal Ihr so anschaulich zu schildern wisst, dass die jeweiligen Szenarien sofort vor dem eigenen inneren Auge entstehen. Vom Informationsgehalt mal ganz abgesehen… es war mir persönlich z.B. gänzlich neu, dass und welche Formen des “Check-in” und “Check-out” es gibt.

    Ich wünsch Euch von Herzen eine weiterhin superschöne und interessante Zeit mit möglichst WENIG Reparaturen… enjoy & take care!

    Herzlichst,
    Tina

  2. Ron rouwenhorst says:

    Hi to both of you i have read all of your comments/report on your journey wow i am glad it was you and not me. i hope that your problems are now behind you and that the rest of the next few years are all good sailing and great times. i wish i was with you in the cat sailing around the Carib. i have tried to send you an email but keeps bouncing back. no matter will keep in contact via this site. hope to catch up one day soon.
    regards from Ron (sense presses)

  3. Dr. Bernd Kaiser says:

    Hallo Ihr Beiden, hier ist Bernd (vergessen? Der 3. ARC-Mann auf That’s Life.) Zugegeben, hier hat mich der Alltag wieder fest im Griff, aber die Atlantikerfahrung lässt mich nicht mehr los und oft schaue ich mir in einer freien Minute mal auf marinetraffic.com an, was meine ARC-Bekannten so alles treiben – natürlich Wolfgang und Uta, aber auch Stormvogel, die Mickys, Mareike mit ihrem Cat, und – Ihr! Und erst jetzt habe ich durch Zufall Euren Blog entdeckt, den ich mit großem Interesse und Vergnügen gelesen habe. Ganz von Anfang an – Eure Einträge sind wirklich toll, sehr kurzweilig, lesen sich wie ein spannender Reiseroman, so wie ein richtiges Weltumseglerbuch eben. Mein Neid ist Euch sicher, die Schilderungen von Eurem Karibikaufenthalt wecken Erinnerungen und Sehnsüchte. Ich wünsche Euch weiterhin sehr viel Spass und Erfolg bei Eurem großen “once in a lifetime adventure” und freue mich auf weitere posts, herzlich,
    Euer Bernd

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