Gesichter der Nacht

Ich habe bereits viele fantastische, wilde, erotische, romantische, verzauberte Nächte in meinem Leben erlebt. Aber sie lassen sich alle nicht mit einer sternenklaren Nacht zu Hause auf dem Ozean vergleichen. Das ist anders. Das ist größer und mächtiger. Es betört dich und lässt dich mit einer schwindelerregenden Weite, die du durchgleitest, am Treiben des Universums teilnehmen. Und gleichzeitig gibt es dir eine nie gekannte Ruhe, die dir all deine Gedanken abnimmt und dich im absoluten Hier und Jetzt erwartet. Als Untermalung hörst du das Feng Shui-mäßige Plätschern des Wassers, das an deinem Bug vorbeiströmt. Und der leise Hauch des Windes, wie er deine Segel animiert. Das ist gleichzeitig meditativ und inspirierend. Pur und faszinierend.
Dann gibt es noch die ganz anderen Nächte auf dem Meer. Die Schwerwetter- oder Sturmnächte. Die Nächte, in denen du nicht nur mit den Elementen kämpfst, sondern häufig auch mit dir selbst. Was mache ich hier eigentlich. Oder noch besser, weil destruktiver: ich hatte doch auch so ein sehr schönes und komfortables Leben. Ja, hatten wir auch. Aber da das Leben endlich ist – und das fällt mir mit fast 50 zunehmend auf – müssen wir uns unsere Zeit so einteilen, dass man seine Träume auch rechtzeitig gelebt bekommt. Und den Leitspruch von George Clinton habe ich schon immer für mich gelebt: “Move your mind and your ass will follow.” R.

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2 Responses to Gesichter der Nacht

  1. Kirsten says:

    Wow. Da kommen einem fast die Tränen. Super geschrieben. Ich konnte es nahezu fühlen… Und den Leitspruch merke ich mir. Super. Wünsche Euch noch ganz viele solcher tollen Abende und herrlichen Tage. Wir sehen uns ja hoffentlich bald. Freue mich schon…

  2. Katja says:

    Hallo Kerstin und Robert,
    bin eben erst zu Eurem Blog gestoßen. WOW! Gratuliere von Herzen zu dieser Entscheidung, wünsche Euch immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel – und noch ganz viele sternenklare Nächte. Zu Hause. Auf dem Ozean. Die Nächte sind der Hammer. In den unendlichen Weiten da draußen. Da fühlt man sich entweder sehr klein in dem großen Universum – oder lässt sich berauschen, treiben als Teil des großen Ganzen. Und ist dankbar, dieses Gefühl erleben zu dürfen. Lebt! Alles Gute, Katja

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